Archiv für den Monat: Mai 2020

Corona-Hygiene-Konzept

Corona-Viren sind eine Gefahr, der persönlich, aber auch kollektiv zu begegnen ist. Die Gefahr wird voraussichtlich mehrere Jahre akut bleiben. Die Corona-Schutzverordnung will das Gesundheitssystem vor Überlastung schützen. Sie erzwingt unter androhung von Strafen bestimmte Beschränkungen eines normalen Umgangs. Aus yogischer Sicht spricht vieles für mehr Selbstverantwortung statt Zwang und Angst. Angst macht das Corona-Virus schon genug.

  • Falls du persönlich oder in deinem nahen Umfeld eine Covid-19-Erkrankung auftaucht und du vor kurzem hier Kontakt hattest, wirst du uns zeitnah Bescheid sagen. Wir informieren dann (anonym) alle anderen Teilnehmer, die an dem Termin da waren.
  • Mit Erkältungs-Symptomen (bzw. Covid-19-Symptomen) bleibe bitte zu hause und praktiziere für dich. Du kannst dir telefonisch Unterstützung von uns holen. Es gibt viele Gute You-Tube-Yogastunden.
  • Trage in der Umkleide und „engen“ Bereichen eine Nase-Mund-Bedeckung (zumindest falls Andere in deiner Nähe sind.
  • Du wäscht deine Hände gründlich vor Beginn der Treffen.
  • Halte physischen Abstand von anderen Teilnehmern aber sei emotional offen und Herzlich! „social distancing“ ist Gesundheitsschädlich. In den letzten Wochen konnten wir beobachten, das physische Distanz mit der Vermeidung von Blickkontakt verwechselt wurde. Verschenke (gerade jetzt) öfter ein Lächeln und sei ansprechbar.
  • Ein „Nasenabstand“ von ca. 2 m scheint sinnvoll. Ein Mattenabstand der Mattenränder (der breiten Matten) von seitlich 1m und längs 50 cm, und leicht versetzt legen, gewährleistet das in der Regel. Damit ist die Teilnehmerzahl in der Yogabackstube auf 9 Praktizierende beschränkt. Bei anderen Nutzungen (z.B. Meditation) passen 12 Teilnehmer in den Yogaladen.
  • Bringe nach Möglichkeit deine eigene Matte/Kissen/Tuch mit. Du kannst unsere Matten, Sitzkissen und Decken auf eigene Verantwortung benutzen. Desinfektionsmittel stehen bereit, deine Matte vor Benutzung zu behandeln.
  • Türklinken und andere gemeinsam genutzte Oberflächen werden regelmäßig desinfiziert.
  • Im Bad steht Desinfektionsmittel und Seife zum Hände Waschen zur Verfügung.
  • Eine Lüftungsanlage mit einer (Lüfter-) Leistung von (bis zu) 700 m³/h (und Wärmerückgewinnung) ist während der Yogastunden im Betrieb. Weiter wird durch 3 große Fenster viel gelüftet.
  • Wir erheben die Kontaktdaten der Teilnehmer (im Rahmen unserer Buchhaltung). Bei Bedarf nutzen wir diese, um über Corona-Infektionen in unserer Nähe zu informieren. Soweit wir gesetzlich verpflichtet sind, werden wir Kontaktdaten auch dem Gesundheitsamt zur Verfügung stellen müssen.
  • Du wirst auf eine Meldung einer Corona-Infektionen anderer Teilnehmer angemessen reagieren. Also dich ggfls selbst testen lassen, deine Nächsten Informieren und deine sozialen Kontakte bis zur Klärung einer möglichen Infektion angemessen einschränken.
  • Mit dem Auftreten einer Covid-19-Erkrankung kann es sein, das die Infektionskette von Amts wegen nachverfolgt werden soll. Dabei können Verstöße gegen die Schutzverordnung durch dich und die Veranstalter festgestellt werden. Du bemühst dich in diesem Fall um ökonomische Schadensbegrenzung. Du verzichtest auf Schadenersatzforderungen und Anzeigen gegenüber dem Veranstalter und erklärst, das diese Vereinbarung aus deiner Sicht, nicht grob fahrlässig gegen die Gefahren von Corona-Infektionen verstößt.
  • Falls die Infektionszahlen in Leipzig eine Grenze von ca. 20 Neuinfektionen wöchentlichen pro 100.000 Einwohner überschreitet, verzichten wir auf Pranayama und Chanten (kein „Om“).
  • Falls die Infektionszahlen in Leipzig die Grenze von 50 Neuinfektionen wöchentlichen pro 100.000 Einwohner überschreitet (also das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoßen könnte), ergreifen auch wir, schärfere Maßnahmen, bzw. schließen.
    Damit würde kaufmännisch ein Rückzahlungsanspruch entstehen, der uns an die Grenze des wirtschaftlich machbaren bringen kann. Wir appellieren an unsere Teilnehmer das wirtschaftliche Risiko zu teilen. Bei Bedarf werden wir aber Rückerstattungsansprüche auszahlen. Für andere Zahlungen werden wir steuerabzugsfähige Spenden-Quittungen als gemeinnütziger Verein ausstellen.

Ergänzungen und Korrekturen unseres Hygienekonzeptes sind kurzfristig möglich.
Stand: 10/2020

Soweit in der aktuellen Situation in der Stadt Leipzig die Zielvorgabe der Schutzverordnung von maximal 50 Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner erheblich unterschritten wird, erscheint eine partielle Verletzung der Schutzverordnung verantwortbar.

Ein Kurs für den z.B. Nähe- und Distanz-Übungen, Berührungsqualität und Pranayama zentrale Inhalte sind, ist unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung nicht durchführbar. Es erscheint legitim, den Kurs eigenverantwortlich durchzuführen, soweit dadurch das Gesundheitssystem nicht an den Rand der Überlastung kommen kann.

Yoga im Freien

Yoga im Freien, Mittwochs um 17:15 bis 18:30 (75′)
auf der Wiese beim ehemaligen Waldbad (bis 7.10.)

Bei unklaren Wetterverhältnissen kurz vor der Stunde im Kalender nachsehen, ob es doch „drinnen“ stattfindet.

51°21’49.8″N 12°17’29.7″E,
Google: 51.363837, 12.291580  oder https://goo.gl/maps/dFej9KxTsTSC5rCk9

Fußweg auf der Hälfte zwischen zwischen Rollhockeystadion und Waldspielplatz Burgaue,  bei dem Stückchen Kastanien-Allee.

Bitte deine eigene Matte mitbringen. Auf der Wiese ist es gut, ein größeres Tuch oder eine alte Decke unter die Matte zu legen, damit sie von unten nicht schmutzig wird und rechts und links noch etwas Platz ist.

Viele Grüße
Helfried

Corona – Seefahrergeschichte – Die zweite Welle

Im Januar gab es eine Sturmwarnung. Der Kapitän des chinesichen Schiffes hat den meldenden Matrosen diszipliniert und zurück auf seinem Ausguck geschickt, wo er einer Sturmböe zum Opfer gefallen ist.  Das große Schiff hat Schlagseite bekommen, konnte dann aber auf Grund gesetzt werden, um die heftigsten Sturmboen zu überstehen. Ob das große Schiff bei diesem gefährlichen Manöver Leck geschlagen ist, wird sich erst später zeigen. Das Schiff fährt langsam weiter.

Der Kapitän des deutschen Schiffes hat von dem Sturm rechtzeitig gehört und sein Schiff in den Windschatten einer Insel im Nirgendwo gesteuert. Eine Welle ist schon etwas über Deck geschwappt aber jetzt ist es sicher vor dem Sturm. Andere Schiffe funken SOS, aber solange der Sturm wütet kann ihnen keiner zuhilfe kommen. Die SOS-Rufe von kleineren Flüchtlings-Schiffen werden im Sturmbrausen komplett überhört.

Das deutsche Schiff dümpelt nun im Nirgendwo und wagt sich ganz vorsichtig an den Rand des Windschattens. Die Ladung verfault, die Stimmung ist schlecht und die Notreserven sind schon angebrochen. Klar ist, dass der Sturm noch lange wüten wird. Die Mannschaft überprüft die Seetüchtigkeit und diskutiert. Der Kapitän ist froh, dass er das Schiff in Sicherheit gebracht hat und genießt den Ruhm dafür. Aber die Mannschaft mault. Einige sind ängstlich und sprechen davon, dass es eine zweite Welle geben kann. Die erfahrenen Seeleute schmunzeln und sagen, dass es auf dem Meer noch mehr Wellen geben wird und meinen, das Schiff sei seetüchtig genug. Sie argumentieren, dass wir hart am Wind über die rauhe See fahren können und nur so in einen sicheren Hafen kommen, bevor die Notreserven verbraucht sind.

Ahoi.

Es Reicht! Schluss mit der Corona-Panik

Ich möchte, trotz meiner anarchistischen Herkunft, der Regierung Merkel Anerkennung zollen, dass Sie Mitte März die Notbremse gezogen hat. Wie notwendig das war, wird man erst im Nachhinein bewerten können, aber die Entwicklung der Infektion und die Gefahr, eines Zusammenbruches des Gesundheitssystems war ernst und erforderte Entscheidungen. Regierungspolitiker sind auch nur Menschen.

Inzwischen (7 Wochen danach) haben wir deutlich mehr Wissen, bessere Behandlungsmethoden, größere Kapazitätsreserven und Fallzahlen, die aufgrund „unserer“ Reaktion deutlich redziert wurden. Arztpraxen melden Kurzarbeit an. Intensivmedizinische Plätze stehen leer, wie seit Jahren nicht.

Soziale Distanz ist Anti-Demokratisch. Wenn wir so etwas über längere Zeit üben, bleibt von Demokratie ein Selbstbedienungsladen für diejenigen übrig, die mediale Macht haben. Es ist schon schwer genug, sich gegen mächtige Interessen Gehör zu verschaffen, aber wenn Treffen verboten sind, ist es unmöglich.

Soziale Distanz ist gesundheitsschädlich. Häusliche Gewalt ist nur die Spitze eines Eisberges. Wenn wir unseren Mitmenschen aus dem Blickwinkel potentieller Infektionsrisiken begegnen, wird Angst geschürt, was nach kurzer Zeit auch auf unser Immunsystem negativ durchschlägt. Beziehungen werden weniger gepflegt und durch Vergleiche der „Opferbereitschaft“ und gesetzlicher Linientreue belastet.

Soziale Distanz schädigt die emotionale Entwicklung. Wir lernen durchgehend und manchmal in die falsche Richtung. Unsere berührungsarme Kultur verursacht viele psychische Störungen. Jahrelange „Aufbauarbeit“ als Tantralehrer für mehr persönlich berührenden, emotional offenen Kontakt wird zurückgeworfen.

Gegen diese Gefahren gilt es die Gefahren der Corona-Infektion abzuwägen.

Da ich persönlich in Regierungen keine automatisch vertrauenswürdige Institution sehe, haben Entscheidungen und Gesetze wie eine Corona-Schutzverordnung für mich empfehlenden Charakter. Es ist anstrengend, die Einhaltung von Gesetzen immer vor mir selbst verantworten zu müssen. Ich muss sie daraufhin beurteilen, wie weit und warum ich ihnen folge. Ich habe die Corona-Schutzverordnung ab Mitte März weitgehend akzeptiert und trage zur Bewältigung der „Krise“ mit (notgedrungen) mehreren Tausend Euro bei. Wenn ein voll bezahltes Regierungsmitglied sagt „wir müssen Opfer bringen“ und meint dabei, das er 5% und ich 50% meiner Ressourcen beitragen soll, so unterhöhlt das die Glaubwürdigkeit der Regierung weiter.

Inzwischen sehe ich die Beschränkungen der Corona-Schutzverordnung als übertrieben an. Jetzt (Anfang Mai) Repressionen wie z.B. das Berufsverbot für Yogalehrer aufrecht zu erhalten, obwohl das erklärte Ziel (Schutz des Gesundheitssystems) längst übererfüllt ist, schwächt das Vertrauen in die Regierung und stärkt die Glaubwürdigkeit der „Verschwörungstheoretiker“ (wie Gegner der Regierung heutzutage gerne genannt werden).

Es war von Anfang an klar, da das Virus weltweiter Verbreitung gefunden hat, dass wir bis zum Erreichen der „Herdenimmunität“ einen Umgang mit dem Virus finden müssen. Für die nächsten 2 Jahre mit Mundschutz und sozialer Distanz herum zu laufen ist nicht angemessen für die Gefahren der Corona-Infektion. Antidemokratische Kräfte können sich freuen. Sie können im Schatten der Krise Waffengeschäfte und andere unappetitliche Süppchen kochen. Demokratische Kräfte sollten unser Gesundheitssystem auslasten und Beschränkungen nur dann auferlegen, wenn es zu Überlastungen kommt. Die Erfahrung Mitte März hat gezeigt, das „wir“ die Ausbreitung des Virus mit wenigen Tagen Verzögerung effektiv steuern können. Die Regierung verschweigt ihre Planung (und belügt uns damit) wenn Sie sagen, dass sie nicht wissen wie es weiter geht.

Das Infektionsrisiko in Sachsen schätze ich aktuell als niedrig ein. Circa eine Person von 2000 ist infektiös. So wie ich die Zahlen des Rober-Koch-Institutes (RKI) verstehe (Stand 24.4., *1) sind 99,94% der Menschen in Sachsen „NICHT GIFTIG“. Die aktuelle Situation rechtfertigt meiner Meinung nach nicht das Verbot von Yogakursen, Kindergeburtstagen, und anderen ungefährlichen oder persönlich wichtigen Events. Wenn viele Infizierte herum laufen oder das Gesundheitssystem an der Grenze ist, akzeptiere ich wieder die weitgehenden Verbote.

Die Corona-Krankheit ist nach meinem Verständnis ungefähr 5 bis 10 mal so gefährlich wie eine Grippe *2. Das ist ernst, aber es rechtfertigt keine Panik und keine häusliche Gewalt oder andere auftretende Folgen einer maßlosen Angstmache durch Medien, die Ihr Geld (strukturbedingt) mit schlechten Nachrichten verdienen.
Aus yogischer Sicht fehlt in unserer Kultur ein anerkennender Umgang mit dem Tod. In der öffentlichen Meinung findet sich dazu wenig Hilfreiches. Die meisten Menschen sind persönlich viel reifer als es die öffentliche Meinung vermittelt.

Viele Grüße
Helfried

*1) Mit dem Begriff „NICHT GIFTIG“ spiele ich auf teilweise übertriebene Panik bei Berührungen an. Die Fallzahlen aus dem RKI für Sachsen sprechen von aktuell (24.4.) kumuliert von 108 bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Kumuliert seit März, d.h. ein Großteil davon ist schon wieder gesund. Die RKI-Zahlen sprechen von ca. 73%. Andererseits gibt es sicher eine Dunkelzimmer der Erkennung. Schlechtestensfalls nehme ich einen Faktor 10 an. Von den Erkrankten sind ein großer Teil im Bett oder Krankenhaus und laufen nur wenig draußen herum. Die Gefahr unbemerkt infiziert zu werden, konzentriert sich (in der Öffentlichkeit! nicht in der Pflege!) auf einige Tage vor Erkennen der Krankheit. Alle Faktoren zusammen komme ich auf ein statistisches Infektionsrisiko von: (108 Infizierte * 0,27 aktuell noch kranke * 10 Dunkelziffer * 20% noch nicht diagnostiziert infiziert herumlaufend) auf 58 Infektionsträger pro 100.000, d.h. 0,06%. Eine andere Rechnung würde mit einer Dunkelziffer von 50% asymptomatisch bzw. symptomfrei Erkrankten zu noch günstigerer Gefahreneinschätzung kommen.

*2) Gefahr: Von den 154.000 Infizierten in Deutschland sind bis jetzt 5640 verstorben. Allerdings versterben die Corona-Kranken nach durchschnittlich 3 Wochen. Bis Anfang April waren 92.000 Infizierte gemeldet, also ließe sich die Mortalität auf ca. 1% berechnen. (diese Rechnung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich käme auf rund 5%. GL) Offizielle Stellen sprechen von einer Mortalität von ca. 3%. (Laut RKI-Angaben vom 27.3. beträgt sie 0,6 %. GL) In New-York oder Nord-Italien kommen die Statistiken teilweise auf über 10% Mortalität. Hinweise deuten darauf, das Corona in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung deutlich gefährlicher ist als anderswo. Es versterben ganz überwiegend Menschen mit verschiedenen schweren Vorerkrankungen, was die Aussagekraft der Statistik mindert, da die Todesursache unklar bleibt. Die Gefährlichkeit dieser Erkrankung sehe ich als einer Grippe ähnlich an, allerdings bis zu 10x gefährlicher. Der Vergleich dient hier auch nur der Orientierung an etwas Bekanntem, da „Unbekanntes“ unnötige Angst schürt.